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Presse: Der Pflaumenbaum

Der Pflaumenbaum - Bertolt Brecht für Kinder

Die Lust am Denken

Göggingen Bett, Brett, rot, tot, echt, recht, ... Alle diese Wörter kann man aus den Buchstaben des Namens von Bertolt Brecht formen. Das Spiel mit der Sprache Brechts, seinen Worten und Gedanken, beherrscht Karla Andrä vom FaksTheater perfekt. Gemeinsam mit Ehemann Josef Holzhauser vermittelte sie den Kindern der Grundschule Göggingen-West ganz im Sinne des Lyrikers Brecht die Lust am Lesen, Denken und Lernen.

Nebenbei erfuhren die Dritt- und Viertklässler jede Menge über Brechts Leben und Wirken. Mal heiter, mal betrübt, mal nachdenklich und schlau, mal lustig und oberflächlich - aber stets kindergerecht waren die Gedichte, Texte, Erzählungen und Lieder. Die Schüler hörten von der ersten Minute an gespannt zu.

Der Witz in Brechts Alfabet

Holzhauser ist Gitarrist und Trompeter und hat Brechts Gedichte speziell für Kinder vertont. Deshalb wirkte die gesamte Aufführung ungemein abwechslungsreich, da Schauspiel, Lyrik, Musik und Gesang harmonisch zusammenwirkten. Schnell erkannten die jungen Zuschauer den Witz in Brechts „Alfabet“ und lernten während der Vorstellung Lieder im Rap-Rhythmus. Andrä begeisterte das junge Publikum mit ausdrucksstarker Mimik, Gestik und Stimme. Holzhauser unterstrich musikalisch die jeweils gegebene Situation wie beispielsweise die Dramatik des Krieges mit hartem Trommelschlag und kurz darauf die freudige Heimkehr Brechts aus dem Exil mit jazzigen Trompetenklängen.

Das Schaupieler-/Musiker-Ehepaar brachte den Grundschülern die Botschaften Brechts auf kurzweilige Art und Weise nahe und zeigte ihnen, wie viel Spaß Sprache machen kann. Sie hörten vom neugierigen Lieschen, dem nicht wasserdichten Auto von Ford, einer Kellerassel, die religiös wurde, und vom Huhn mit den neuen Zähnen. Aber auch von den Bitten der Kinder haben sie erfahren, dass Häuser nicht brennen und Mütter nicht weinen sollen und das Leben keine Strafe sein soll.

Überzeugend machte das FaksTheater Augsburgs berühmten Sohn schon für Grundschüler verständlich, Brechts Kindergedichte wurden nicht zuletzt durch Andrä und Holzhauser und deren Gastspiele an Schulen bekannt.

Die Freude am Spiel war beiden anzumerken, somit war es ein Leichtes, dass der Funke auf die Zuschauer überspringen konnte.

Konrektorin Vera Lindenberg sah es als „großen Gewinn für die Schüler“ an, dass das Faks-Theater mit seinem unterhaltsamen Brecht-für-Kinder-Stück „Der Pflaumenbaum“ zu Gast an der Schule war.

(AZ vom 17.06.2010)


Wer hätte das gedacht: Bertolt Brecht ist kinderleicht zu verstehen!
Lyrik macht echt Spass!
Wie schön, dass es das FaksTheater war, das jetzt erstmals die Idee zu diesem genial konzipierten „Brecht für Kinder“ austüftelte, diesem kurzweiligen und lehrreichen „Einmal- eins der Lyrik Brechts“. Begeistererter Applaus!

Neusäß (skn) - Bertolt Brechts Pflaumenbaum" meets „Onkel Ede" - und heraus kam in der Eichenwaldschule in Neusäß eine Schulstundenlänge „Brecht für Kinder", die zum Leben des berühmten Augsburgers auch ein halbes Jahrhundert bewegte Weltgeschichte erzählt.

Urheber des gelungenen surrealistisch-präsenten Bühnenwerks, das die rezitierten oder gesungenen Gedichte, Aphorismen, Fabeln, Genie- streiche und die Biografie von B.B. spielerisch und interaktiv zum stringenten Ganzen knüpft, ist das Augsburger FaksTheater, bestehend aus: Karla Andrä, Schauspielerin, Sängerin und in dieser Produktion auch Gelegenheits-Trommlerin; und aus ihrem Mann Josef Holzhauser, Trompeter, Gitarrist, Komponist, Arrangeur.

Mit ihrem im Mai 2009 entstandenen Erfolgsprogramm „Der Pflaumenbaum" gastierten die beiden in der Eichenwaldschule Neusäß. Als Publikum waren je zwei 4., 5. und 6. Klassen der Hauptschule geladen - und somit eine Menge Heranwachsender, die den beiden Künstlern aus Augsburg aber beeindruckend aufmerksam und teilnehmend lauschten.

Ermöglicht wurde das sicherlich Früchte tragende Gastspiel vom „Eltern- und Freundeskreis der Eichenwaldschule" und dem Kulturkreis Neusäß, dem es laut Vorsitzendem Dr. Wolfgang Palette ein Anliegen ist, die Kinder an die Poesie heranzuführen.

Dafür dürfte der „Bertolt Brecht für Kinder" des FaksTheaters ein guter Weg sein. Altersgerecht, ohne kindisch zu sein, anspruchsvoll, aber nicht überfordernd, ohne Leerläufe und ohne Hektik, mit viel Fantasie bei kargen, aber wirkungsvollen Kulissen kündete Karla Andrä vom Schwamm mit Mann, vom Fisch Fasch mit dem weißen Arsch, sang in Kinderliedweise zur Latin-Gitarrenbegleitung Josef Holzhausers „Tanz, Kreisel, Tanz" oder über den Hunger der Vögel: „Ich bin der Sperling. Kinder, ich bin am Ende".

„Super", raunte einer der anwesenden Lehrer einer Kollegin zu. Mit Recht. Denn der „Bertolt Brecht für Kinder" des FaksTheaters hat alles, was eine „tiefenwirksame" Produktion für junge Zuschauer im Idealfall haben sollte.

(AZ vom 02.02.2010)

Immer wieder Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Eine feine Volksliedsause
Das FaksTheater spielt sich mit Weinglas, Gießkanne und Hupe durch die Jahreszeiten
Von Doris Wegner (AZ)

So zieht der Frühling ein: Josef Holzhauser und Harry Alt sitzen sich im dunklen Abraxas-Theater auf den Treppen mit Ukulele und Akkordeon gegenüber und langsam entwickelt sich aus Vogelecho-Tönen das Frühlingsthema aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, während Fräulein Frühling (Karla Andrä) auf der Bühne ein Apfelbäumchen erblühen lässt. Sinnlicher Auftakt eines kurzweiligen Kinderkonzert-Nachmittags. Mit seinem neuen Programm „Immer wieder Frühling, Sommer, Herbst und Winter“, feierte das FaksTheater am Sonntag Premiere.

Seit 20 Jahren machen Karla Andrä und Josef Holzhauser Musiktheater für Kinder und bringen dabei den alten Volksliedern oft ganz neue Töne bei. Schmissig, jazzig, oft ganz neu erklingen dabei die Klassiker aus den Liederbüchern, ohne ihren Charakter zu verlieren. So auch bei diesem Konzert, das musikalisch einmal durch das ganze Jahr wandert.
„Komm lieber Mai und mache“, „Alle Vögel sind schon da“ als cooler Mitklatsch-Song, „Trarira, der Sommer, der ist da...
In „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“ dirigiert Fräulein Frühling die Kinder, die auf Würfelkissen an der Bühne sitzen, bei „Laurentia, liebe Laurentia“ tanzen die Mädchen und Buben über die Bühne und bei „My Bonny is over the Ocean“ schunkeln schließlich auch die Eltern. Musiktheater immer in Bewegung.
Auf der Bühne kommt das FaksTheater mit einer Bank und einem Holzbaum aus, der sich mit den musikalischen Jahreszeiten verwandelt. An Instrumenten jedoch kann es den Musikern gar nicht genug sein. Allein Harry Alt spielt Weinglas, eine Gießkanne, Hupe, eine Organetta, Flöte, Akkordeon, Cajon, Djembe, Gitarre.
Es wäre beinahe das Ende einer feinen Volksliedsause gewesen, wenn Karla Andrä nicht die Kinder gefragt hätte: „Wollt ihr noch einmal singen?“ Und die Kinder nicht geantwortet hätten...